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Neufassungen von LABG und LZV veröffentlicht: Änderungen bei den Sprachvoraussetzungen und Wegfall des Eignungspraktikums

Am 6. Mai 2016 sind die Neufassungen des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) und der Lehramtszugangsverordnung (LZV) veröffentlicht worden und damit in Kraft getreten.

Die Texte finden sich im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW. An die Neuregelungen angepasste Prüfungsordnungen werden derzeit vorbereitet.

Wichtige Änderungen betreffen die Sprachvoraussetzungen für den Zugang zum Vorbereitungsdienst (Referendariat) sowie das bisherige Eignungspraktikum.

 

Sprachvoraussetzungen für den Zugang zum Vorbereitungsdienst

In LZV § 11 Abs. 2 heißt es:

"(2) Die erforderlichen fachwissenschaftlichen Kompetenzen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen beruhen in bestimmten Fächern auf weiter gehenden Sprachkenntnissen (...):

1. im Fach Katholische Religionslehre auf Kenntnissen in Latein (Latinum), im Fach Philosophie/Praktische Philosophie auf Kenntnissen in Latein auf dem Niveau eines Kleinen Latinums oder auf Kenntnissen in Griechisch (Graecum),

2. in den Fächern Latein und Griechisch auf Kenntnissen in Latein und Griechisch (Latinum und Graecum),

3. im Fach Evangelische Religionslehre auf Kenntnissen in Griechisch (Graecum) sowie auf Kenntnissen in Latein oder Hebräisch (Latinum oder Hebraicum) und

4. im Fach Geschichte auf Kenntnissen in Latein auf dem Niveau eines Kleinen Latinums.

Die erforderlichen fachwissenschaftlichen Kompetenzen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen beruhen im Fach Katholische Religionslehre neben dem Latinum auf Grundkenntnissen in Griechisch und Hebräisch, im Fach Islamische Religionslehre auf Kenntnissen des Arabischen.

(3) Die Hochschulen können in ihren Ordnungen weitergehende Anforderungen stellen."

In den Fächern Latein, Griechisch, Evangelische und Katholische Religion hat sich also für das Lehramtsstudium in Bonn nichts geändert.

 In den Fächer Geschichte und Philosophie ist die Zugangsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst ab sofort das Kleine Latinum oder äquivalente Leistungen. Das Kleine Latinum entspricht an der Uni Bonn den Lateinkursen I, II und III oder entsprechenden Kursen, die sich noch in der Planng befinden. An der Uni Bonn wird das Kleine Latinum die Voraussetzung für den Masterstudiengang sein.

In den Fächer Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch fällt das Latinum als Zugangsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst ab sofort weg. Es gibt damit in diesen Fächern derzeit keine Sprachvoraussetzungen für die Zulassung zum Masterstudium mehr.

 Für das Fach Englisch fällt das Latinum ersatzlos weg. Für die Fächer Französisch, Italienisch, Spanisch sollen künftig Lateinkenntnisse als Sprachvoraussetzung eingeführt werden, was gemäß LZV § 11 Abs. 3 möglich ist. Dazu ist aber eine Änderung der Prüfungsordnung für den Master of Education notwendig, die voraussichtlich erst zum Wintersemester 17/18 in Kraft treten kann. Das heißt, diese universitäre Sprachanforderung gilt dann nur für diejenigen, die den Masterstudiengang im WS 17/18 oder später beginnen. Für alle, die den Masterstudiengang zum WS 16/17 beginnen, gilt dies nicht, auch nicht rückwirkend.

 

Lehramt Berufskolleg: Kenntnisse einer Fremdsprache genügen künftig!

Weiterhin bestehen bleibt für alle Lehramtsstudierenden für Gymnasium/Gesamtschule die Voraussetzung, Kenntnisse in zwei Fremdsprachen nachzuweisen. Für das Lehramt an Berufskolleg genügen hingegen ab sofort Kenntnisse einer Fremdsprache  (LZV § 11 Abs. 1).

 

Wegfall des Eignungspraktikums

Außerdem fällt mit sofortiger Wirkung der Nachweis des Eignungspraktikums als Zugangsvoraussetzung für das Lehramtsstudium weg (LABG § 20 Abs. 11). Wer es noch nicht absolviert hat, muss es also nicht mehr nachholen.

Für diejenigen, die das Bachelorstudium ab dem WS 16/17 beginnen werden, muss ein 25-tägiges Eignungs- und Orientierungspraktikum nachgewiesen werden.

Eine Anrechnung eines bereits absolvierten Eignungspraktikums als Orientierungs- oder Berufsfeldpraktikum ist aufgrund der anders gearteten Zielsetzung und Ausgestaltung der Praktika nicht möglich.

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